Die Schablone
Eine Siebdruckschablone kann nach mehreren Verfahren hergestellt werden. Nach den unterschiedlichen Techniken gliedert sich die Schablone in zwei Hauptgruppen: die durch Handarbeit hergestellte und die fotomechanisch hergestellten Schablonen.
Bei durch Handarbeit hergestellten Schablonen wird entweder direkt auf dem Sieb gemalt oder eine Schnittschablone hergestellt. Diese Schnittschablone besteht aus einer Polyester-Trägerfolie, auf der eine dünne Emulsionsschicht aufgebracht ist, und aus der das Druckmotiv ausgeschnitten und ausgehoben wird. Diese Verfahren bleiben natürlich nur künstlerischen bzw. kunstgewerblichen Anwendungen vorbehalten.
Bei fotomechanisch hergestellten Schablonen wird das Gewebe mit einer lichtempfindlichen Emulsion, der Kopierschicht, beschichtet. Dabei kann diese Emulsion entweder in flüssiger Form oder, auf einen Polyesterträger gegossen, auch in verschiedenen Stärken als dünne Filmschicht vorliegen. Sie wird dann auf das Sieb übertragen und dient als Sperrschicht. Voraussetzung ist allerdings, daß die wasserlösliche Schicht durch eine geeignete Kopierlampe, am besten eine Metallhalogenidlampe mit z.B. 3000 - 5000 Watt, gehärtet werden kann. Die druckenden Teile müssen bei diesem Kopiervorgang durch einen manuell, fotomechanisch oder auf anderem Weg erstellten seitenrichtigen Positivfilm abgedeckt werden, um die gewünschte Wasserlöslichkeit bei der anschließenden Freilegung (Entwicklung) des Motivs auf dem Sieb zu bewahren.
Die fotomechanisch hergestellten Schablonen unterteilen sich noch einmal in drei Gruppen:
- Die Direktschablone
- Die Kapillarschablone
- Die Indirektschablone
1. Bei der
Direktschablone wird die flüssige lichtempfindliche Emulsion mit einer Metallrinne mit scharfer Kante auf das Sieb aufgebracht und getrocknet. Dies ist die am häufigsten angewandte Methode zur Schablonenherstellung, da sie relativ einfach, billig und die Schablonen sehr beständig sind. Durch Beschichtungsautomaten und neue Polymeremulsionen wird heutzutage die Qualität von Kapillarschablonen erreicht.
2. Die gleichen Emulsionen sind bei dem
Kapillarfilm auf eine dünnen Polyester-Trägerfolie aufgegossen und werden auf das nasse Gewebe übertragen. Nach dem Trocknen kann man dann die Trägerfolie abziehen und das Sieb belichten. Diese Schablonen haben eine sehr gute Detailwiedergabe aber durch die geringere Haftung am Gewebe nicht die Beständigkeiten einer Direktschablone.
3. Die
Indirekt- oder auch
Gelatineschablone besteht auch aus einer lichtempfindlichen Emulsion, die auf einem Täger aufgebracht ist. Sie wird aber vor dem übertragen auf das Gewebe durch den transparenten Träger belichtet, dann in einer 3%igen Wasserstoffperoxydlösung entwickelt und danach naß übertragen. Beim Belichten fällt hier das Gewebe als Störfaktor weg. Mit diesen Schablonen kann man feinste Details drucken, sie sind aber nicht weit verbreitet, da sie sehr empfindlich und schwierig herzustellen sind.
Zur besseren Haftung, und damit keine sogenannten Fischaugen entstehen, wird das Gewebe vor dem aufbringen der Emulsion präpariert, d.h. das Gewebe wird mit entsprechenden Mitteln entfettet und gereinigt.
Nach dem Entwickeln und Trocknen der Schablone müssen nur noch die Fehlstellen, die z.B. durch mitkopierte Staubpartikel entstehen, mit einem Abdecklack retuschiert werden.
Die Siebe können mehrfach verwendet werden. Dazu muß man nach dem drucken die Schablone von Farbresten reinigen dann die Kopierschicht mit einem Entschichter vom Gewebe waschen. Eventuell noch vorhandene Geisterbilder (Farb- und Schichtrückstände) werden mit einem Regenerierer entfernt.