Die Geschichte

Die älteste Form des Siebdrucks beruht auf einer Schablonentechnik. Der früheste Nachweis über den Gebrauch von Schablonen stammt aus altsteinzeitlichen Höhlen in den französischen Pyrenäen (ca. 14 000 v.Chr.). Dort hat man negative Handabdrücke gefunden, bei denen man die Farbpigmente durch ein Rohr oder einen Knochen um die ausgestreckte Hand geblasen hat.
 
Aus dem Mittelalter ist eine frühe Form des Siebdrucks bekannt: Ein Tuch wurde teilweise mit Teer bestrichen, so erhielt man eine Negativschablone. Mit einem Pinsel konnte dann die Farbe durch die freigelassenen Stellen gedrückt werden.
 
Die Einfuhr von Holzrahmen aus Japan ermöglichte das Aufbringen der Schablone auf einem festgespannten Gewebe. Dies erlaubte nun auch kompliziertere Muster.
 
1907 erhielt der Engländer Samuel Simon als Erster ein Patent für seine Methode der Schablonenherstellung. Er benutzte dafür Füllmaterial, das er direkt auf das Sieb auftrug.
 
Kurz danach kam die Rakel auf, mit deren Hilfe die Druckfarbe viel gleichmäßiger aufgetragen werden konnte als durch tupfen mit dem Pinsel. Dadurch gewann das Verfahren auf dem Kunstmarkt eine immer größer werdende Bedeutung.
 
Die Pop-Art hat den Siebdruck populär gemacht. Die Reproduktion war nicht mehr Mittel zum Zweck der Vervielfältigung, sie wurde auch zum Thema. Der Rasterpunkt wird zum Gestaltungsinhalt wie bei Roy Lichtenstein. Der Siebdruck wurde in den späten 60er und 70er Jahren das beherrschende Druckverfahren in der Kunstgraphik.
 
Man begann nun immer mehr die Möglichkleiten des Siebdrucks, z.B. den hohen Farbauftrag, auszunutzen. Auch die Industrie erkannte die vielfältigen Möglichkeiten des Siebdrucks, z.B. für die Leiterplattenherstellung.