Die Farbe

Im Siebdruckverfahren ist die Vielfältigkeit der zu bedruckenden Materialien extrem groß. Und entsprechend vielfältig ist das Angebot an Druckfarben. Bei der Auswahl muß man auf Beständigkeiten, technische Verarbeitbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit achten.
 
Physikalisch schnelltrocknende Druckfarben auf Lösemittelbasis sind im Siebdruck immer noch die am häufigsten eingesetzten Farbsysteme. Sie bestehen im wesentlichen aus Pigment (Farbmittel), Binde- und Lösemittel. Das Lösemittel hat die Aufgabe, die Harze des Bindemittels zu lösen und so die Farbe druckbar zu machen. Beim Trocknen der Farbe verdunstet das Lösemittel und der feste Farbfilm entsteht. Durch diese Verdunstung reduziert sich auch die übertragene Farbschicht um mehr als die Hälfte. Um die Farbe richtige einzustellen braucht man noch verschiedene Additive, Hilfs- und Zusatzmittel, z.B. Verzögerer oder Verlaufsmittel.
 
Neben diesem Farbsystem gibt es im Siebdruck noch andere:
  1. oxidativ trocknende Farben, die durch Luftsauerstoffaufnahme vernetzen
  2. wasserbasierende Farbsysteme, bei denen die Lösemittelanteile konventioneller Farben teilweise durch Wasser ersetzt werden
  3. Zweikomponenten-Druckfarben, die durch chemische Aushärtung sehr hohe Beständigkeiten haben
  4. Einbrennfarben, z.B. für die Keramikindustrie, die erst bei hohen Temperaturen (ca.150 Grad) vernetzen
  5. UV-Druckfarben, die erst durch die von UV-Strahlern abgegebene Energie vernetzen
Alle diese Farbsysteme haben spezielle Vor- und Nachteile und sind nur für bestimmte Aufgaben geeignet. Es gibt aber fast keinen Bedruckstoff für den nicht die richtige Siebdruckfarbe gefunden werden kann.